Donnerstag, 1. Mai 2014

Demonstration gegen Zwangspsychiatrie am 'Remembrance and Resistance day' in Gießen um 17 Uhr an der Vitos Klinik!

Demonstration gegen Zwangspsychiatrie
am 
'Remembrance and Resistance day' in Gießen um 17 Uhr an der Vitos Klinik

Aufruf zum T4 - Umzug am 2. Mai in Berlin 2014
Demonstration zur Erinnerung an die medizinisch-psychiatrischen Massenmorde und als Zeichen des andauernden Widerstandes gegen die heutige Zwangspsychiatrie.
Am Freitag, dem 02. Mai 2014, um 14:00 Uhr findet zum 20. Mal der T4-Umzug in Berlin statt. Der 2. Mai ist der internationale Tag zur Erinnerung an die Verbrechen der NS-Psychiatrie und ihrer Kooperateure und Tag des gegenwärtigen Widerstandes gegen die Zwangspsychiatrie. Daher gedenken wir auch in Berlin den Opfern des ärztlichen Massenmordes. Dabei starben ab 1939 mit Beginn der sogenannten ‚Aktion T4' in den Gaskammern der Psychiatrien und später durch Giftspritzen und Verhungernlassen bis ins Jahr 1948 hinein ca. 300 000 Menschen.
Und ebenfalls erinnern wir an die Opfer der Psychiatrie, die vor 1939 gequält, zwangssterilisiert und ermordet wurden und auch derer, die (bis) heute in den Psychiatrien und auch außerhalb aufgrund einer sogenannten Diagnose gequält, entmündigt, verleumdet und ihrer Freiheit beraubt werden.
Das Datum unseres Umzuges wurde gewählt als Erinnerung an die Verkündung des Urteils des Foucault-Tribunals am 02. Mai 1995 in Berlin:
"Wir stellen fest, daß die Psychiatrie, die nicht bereit ist, Zwang und Gewalt aufzugeben, sich der Verbrechen gegen die Menschlichkeit schuldig gemacht hat: der vorsätzlichen Zerstörung von Würde, Freiheit und Leben. ... " (1)
Der Umzug beginnt am 2. Mai 2014 um 14:00h an der Gedenkplatte in der Tiergartenstraße 4 beim Eingang der Philharmonie.
Nach der feierlichen Kranzniederlegung ziehen wir zu einem Zwischenstopp beim Bundesjustizministerium, Mohrenstr. 37, weil wir unsere Forderung nach Abschaffung des Forensik-Sonder-Gesetzes (Weg mit § 63 !) zu der dafür verantwortlichen Stelle tragen wollen.

Aus Protest gegen diesen Entwurf eines Berliner Psychisch Kranken Gesetzes (PsychKG) ziehen wir danach zu einer Abschlußkundgebung gegen 15.45 h vor der Senatsverwaltung für Gesundheit und Soziales, Oranienstraße 106.

Unser Thema dieses Jahr lautet: Weg mit dem § 63 StGB ! [Erklärung siehe weiter unten]
und
Berliner Senat will mit Gestapomethoden seine Psychiatrien beliefern !
Alle kennen die Filme, wie die Gestapo nach eigenem Gutdünken in Wohnungen eindrang und Menschen abholte. Mit diesen Gestapo-Methoden sollen laut diesem neuen Gesetzentwurf des Berliner SPD-CDU-Senats die Sozialpsychiatrischen Dienste (SpD's) jederzeit OHNE Beschluss eines Richters, sondern nach eigenem Gutdünken gewaltsam, in eine Wohnung einer/s von ihr der angeblich "psychischen Krankheit" Verdächtigen eindringen können, um die so Verdächtigten zwangsweise psychiatrisch zu untersuchen („ ...befugt, die Wohnung der betreffenden Person auch ohne deren Einwilligung oder gegen deren Willen zu betreten und eine ärztliche Untersuchung durchzuführen“; Aus: § 6 Abs. 4 Satz 2 des Entwurfs).
Nach der Zwangsuntersuchung sollen die Zwangsdiagnostizierten, nun angeblich "gefährlich psychisch Kranke", mit Gewalt in die Folterzentren der Stadt abtransportiert werden - das ist die aus vielen Terrorregimen bekannte Schutzhaft.
In folgenden Folterzentren soll dann das andere Hauptziel dieses Gesetzgebungsverfahrens vollstreckt werden, eine psychiatrische Zwangsbehandlung genannte Folter mit bewusstseinverändernden psychiatrischen Drogen, um sog. "Krankheitseinsicht" zu erzwingen: